128
8 47. stründnng von Kirchen in Gallien, Britannienund den 8üddonautäirdern.
Neberhaupt lassen sich die Kirchen des westlichen Eu-ropas durchaus nicht auf bestimmte Gründer aus der apo-stolischen Zeit zurückführen. Wir wissen nur so viel mitGewißheit, daß ihr Ursprung zum Theil in die erstenJahrhunderte nach Christo hinaufreicht. Schon der heiligeIren aus, Bischof von Lyon (177—202), der die Kirchedurch den Märthrertod verherrlichte, schreibt in seinem Buchegegen die Irrlehren von Kirchen, die in den beiden G er-manien (am linken Rheinufer) bestanden haben, undTertullian sagt im Anfange des dritten Jahrhun-derts*: „An wen haben alle Völker geglaubt, als anChristum? An ihn haben geglaubt die Parther, Meder,Elamiter und die Bewohner Mesopotamiens, Armeniens,Phrygiens, Kappadociens, die in Pontus, Asien und Pam-phylien, die da wohnen in Aegypten und in Afrika, auchRömer und Juden und andere Völker; der Getuler man-nigfaltige Stämme und der Mauren weitschichtiges Land,Spanien in allen seinen Grenzen und die verschiedenenVölker Galliens, und Gegenden von Britannien, in welchedie Römer noch nicht gedrungen, die aber Christo Unterthansind, und der Sarmaten Völker und der Dacier, der Ger-manen und der Scythen, und noch viele andere Völker,Landschaften und Inseln, die wir nicht kennen und derenNamen herzuzählen wir nicht im Stande sind".
Die Kirchen von Lyon und Vienne blühten schonin der Mitte des zweiten Jahrhunderts. Auf Veranlassungdes römischen Bischofs Fabian wurden sodann in der
* In seiner Schrift gegen die Juden.