Band 
Erster Theil.
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Tertullian dieselbe gegen die getrennten Häretiker alsnothwendige Bedingung zur Aneignung der allgemeinenKirchenlehre, als der allgemeinen Wahrheit, vertheidigt.Am besten hat sie Cyprian in seinem Werke von derEinheit der Kirche entwickelt. »»Wie alle Strahlen vonEiner Sonne ausgehen und alle Zweige Eines Baumesvon Einer Wurzel, so sind alle in der Welt zerstreutenGemeinden zu Einer Kirche verbunden. Wie der Strahlnur in der Sonne, der Zweig nur am Baume ist, so derwahre Christ nur in der Gemeinschaft der Kirche; wer indieser nicht lebt, ist ein Fremder, hat an der GemeindeChristi keinen Antheil, denn nicht mehr hat Gott zumVater, wer die Kirche nicht zur Mutter hat."" Diese indem Begriff „katholisch" liegende Idee der innern, wieäußern Kircheneinheit wurde in folgender Weise realisirt:Wie die Gläubigen einer oder mehrerer Gemeinden sich anihren Bischof anschlössen, so verbanden sich die örtlich amnächsten gelegenen Diöcesen zu einem großem Vereine, andessen Spitze gewöhnlich der Bischof der Hauptstadt der Pro-vinz, der bürgerlichen Metropolis (Mutterstadt) stand,eine Benennung, welche im vierten Jahrhundert auch zurBezeichnung eines kirchlichen Organismus gebraucht wurde.Die erste Idee einer solchen Metropolitan-Verbindung imOriente bietet die Stammkirche der Judenchristenzu Jerusalem in ihrer Verbindung mit den Kirchen inGalatien, Judäa und Samaria. Nach traurigem Schicksalging ihre Metropolitanwürde unter Hadrian anf Cäsareaüber. Eine zweite Metropole für Juden- und Heidenchristenwar Antiochien, an die sich die dritte von Alexan-drien anschloß. Die vierte bildete im Abendlande Rom,in Verbindung mit den Kirchen in Mittel- und Unter-rtalien, den Inseln Sardinien, Corsica und Sicilien.