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lockerer Komposition das vollständigste Bild einer groß-artigen Volksweise mit der reinsten Unbefangenheit ge-währt und der römischen Verfeinerung und Tatenlosigkeitein kräftiges Naturleben entgegensetzt. Etwa hundert Jahrenach (dem ersten römischen Kaiser) Augustus faßte Ta-citus, dieser größte römische Geschichtschreiber, nachdem erunter Vespasian einige obrigkeitliche Aemter bekleidetund sich der Schreckensregierung Domitian's durchSchweigen und kluge Mäßigung entzogen, in sittlichemZorn über Rom's Entartung und Verdorbenheit, die ihmbei Bearbeitung seiner Zeitgeschichte in den von ihm so-genannten Annalen und Historien mit jedem Pinsel-striche auf's Grellste entgegengetreten waren, den Vorsatz,durch Schilderung der Sitten, der Lebensweise und derEinrichtungen der deutschen Völkerschaften seinem gesunke-nen Daterlande einen Spiegel vorzuhalten. Und ebendiesem Entschlüsse verdanken wir die erste genaue Kundeüber unser Vaterland, wenn gleich das Werk nur im Ent-würfe blieb".* Für die Wahrheitstreue seines Gemäldesbürgt uns schon der Charakter dieses großen Geschicht-schreibers; überdieß aber ist der ganze Entwicklungsgangder Germanenwelt Ein fortlaufendes unwidersprechlichesZeugniß für dieselbe. Der wesentliche Inhalt seiner Mit-theilungen, in seiner eigenen Darstellungsweise, ja größten-theils mit seinen eigenen Worten gegeben, ist ungefährfolgender:
»Das ganze Leben der Germanen ist — wir versetzenuns im Geiste in die Zeit des Geschichtschreibers — derJagd und dem Kriegswesen gewidmet. Von Jugend aufbefleißigen sie sich der Abhärtung. Mit dem Ackerbau be-
* Weber a. a. O. L. 239 und 38.