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schast gerathen zu lassen, rafften dann die Männer ihreletzte Kraft zusammen und errangen noch einen glänzendenSieg. Die Anwesenheit der Frauen mag noch einen an-dern Grund haben, die Absicht, ihren verwundeten Män-nern und Söhnen hülfreiche Hand zu leisten. Denn dieVerwundeten ziehen sich aus dem Kampfe zurück, um dieFrauen ihre Wunden zählen und aussaugen zu lassen.Die Germanen schreiben überhaupt ihren Frauen etwasHeilendes und Heiliges, namentlich auch eine gewisse Seher-gabe zu. Darum erholen sich die Männer bei ihnen Rathsund richten sich nach ihren Aussprüchen.
»Schwerter und größere Lanzen gebrauchen sie selten,dagegen führen sie Spieße, von ihnen selbst Framengenannt, mit kurzer und schmaler Eisenspitze, gleich geeig-net zu Stoß und Wurf. Einen Panzer tragen Wenige,einen Helm kaum der Eine oder der Andere. Ihre Pferdezeichnen sich weder durch Schönheit, noch durch Schnellig-keit aus. — Ueber geringere Angelegenheiten berathen dieHäuptlinge, über wichtigere Alle. Dazu kommen sie anbestimmten Tagen bewaffnet zusammen. Nachdem die Prie-ster Stillschweigen befohlen haben, läßt sich ein Fürst oderHäuptling hören. Wenn seine Meinung mißfällt, wird siedurch Gemurmel verworfen, wenn sie aber Anklangfindet, durch Zusammenschlagen der Spieße zum Beschlußerhoben. In diesen Versammlungen werden auch Klagengegen Rechtsverletzungen vorgebracht; die Strafen sindverschieden und werden nach der Schuld bestimmt. Ver-räther und Ueberläufer werden an Bäumen aufgehängt,Kriegsscheue und Feiglinge in Schlamm und Sümpfe ver-senkt. Leichtere Vergehen werden mit Pferden und Zucht-vieh (später mit Geld) gebüßt. Ein Theil dieser Buße fälltdem Könige oder dem Gemeinwesen, der andere dem Be-