Band 
Erster Theil.
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Wesen an, das nur ihr ehrfurchtsvolles Ge-müth erkennt.

»Wahrzeichen und Loose sind ihnen wichtig, wie nurirgend einem Volke; die Art zu losen ist einfach. EinesFruchtbaums abgehauener Zweig wird in Reiser zerschnit-ten, und, mit gewissen Merkmalen bezeichnet, auf einWeißesTuch, wie sich's trifft, hingeworfen. Dann verrich-tet, bei öffentlichen Berathungen der Priester,bei besondern der Hausvater, ein Gebet zuden Göttern, blickt zum Himmel empor, hebt drei Reisernach einander auf und deutet die zuvor eingeschnitte-nen Zeichen. Sind diese ungünstig, so kommt an die-sem Tage dieselbe Sache nicht wieder zur Berathung;sind sie günstig, so ist noch die Bestätigung durchWahrzeichen erforderlich. Die Germanen kennen auch >die Deutung des Fluges und des Geschrei's der Vögel.Eigen ist ihnen, auch von Pferden Weissagungen undMahnungen abzunehmen. Sie unterhalten zu diesem Be-hufe in den heiligen Gehölzen Weiße, von keiner irdischenArbeit berührte Pferde. Diese werden vor den heiligenWagen gespannt, und der Priester, und der König oderHäuptling begleiten sie und beobachten ihr Wiehern undSchnauben. Sie haben noch eine andere Art, Vvrbebeu- I

tungen einzuholen, wodurch sie den Ausgang schwerer -

Kriege erforschen. Aus dem Volke, mit welchem sie Krieg !führen, suchen sie irgendwie einen Gefangenen zu bekommen.

Ihn lassen sie dann mit einem Auserlesenen aus ihrer eige-nen Mitte, Jeden in seiner Landesrüstung, kämpfen. DerAusgang dieses Kampfes gilt sofort als Vorentscheidung."

Dieses unangreifbare Zeugniß zur richtigen Beurthei-lung der Zustände der Germanenwelt gleichsam als Akten-stück vorausgeschickt, wollen wir nun nach einander das