Band 
Erster Theil.
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gothischen vorchristlichen Norden" (aus dem Isländischenübersetzt und mit Anmerkungen begleitet. Nürnberg 1829).Zu dieser ersten Edda hat später ein anderer Sohndes Nordens, Sturlason, einen Commentar in unge-bundener Rede, ebenfalls unter dem Namen Edda, alsoeine zweite Edda geliefert, Erklärungen und Ergänzun-gen enthaltend, und natürlich gegenüber der Mutterquellevon untergeordnetem Werthe. Beide im Originaltext vonStark herausgegeben füllen zwei gedrängte Octavbände.Ein geborener Isländer, Professor in Kopenhagen, FinnMagnusen, ein gründlicher Kenner seiner Muttersprache,und bei uns Jac. Grimm, der unermüdete und uner-reichte Forscher auf dem Gebiete der germanischen Sprach-und Alterthumskunde, haben sich so ziemlich die größtenVerdienste um die Eröffnung des Verständnisses dieserköstlichsten Perle der ältesten Literatur der Germanenvölker,erworben.

Nächst den Göttersagen, die besonders im hohen Nor-den zu Hause sind, haben hauptsächlich die Heldensagenebenfalls schätzbare Fundgruben für die Kenntniß des Reli-gionswesens der alten Germanen, aber diese haben mehr imSüden, im eigentlichen Deutschland, ihre Verherrlichungim Liede gefunden. Auch sie sind in verschiedenen Samm-lungen zusammengestellt, größtentheils aber gleich den ho-merischen Gesängen in längere zusammenhängende Dich-tungen umgeformt worden, wie namentlich das berühmteNibelungenlied.

Aus diesen beiden Quellen nun, den altgermanischenGötter- und Heldensagen und den zerstreuten Angaben oderAndeutungen der ältesten kirchlichen Schriftsteller über un-sern Gegenstand stellt sich in Betreff des 'Religionswesensder alten Deutschen folgendes Ergebniß heraus.