Band 
Erster Theil.
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Da« Haumvefe» der allen Deutschen.

8 59. Haus, Herd und Sippe.

Der Mensch ist, wie wir gesehen haben, dem Ger-manen ein von der Gottheit mit Odem und Seele begab-ter Baum; er hat seine Wurzel in dem Boden, ausdem er entsprossen, und ist daher mit der Scholle, ausder er geboren ist, verwachsen, sie und das Haus, daser über dieser Scholle aufrichtet, um mit der Gefährtin,mit der er einen Bund, eine Ehe, zur Fortpflanzungseines Geschlechtes eingegangen, und den Sprößlingendieses Bundes in demselben zu wohnen, bilden gleichsameinen integrirenden oder ergänzenden Theil seines Wesens.Er errichtet im Mittelpunkte desselben, auf dem Durch-schnitt der Arme des mystischen Kreuzes den Herd, seinenOpferaltar und steckt, von diesem aus gegen die vierHimmelsgegenden nach außen vorschreitend, seinen häuslichen»Ring" oder «Hof« ab. In diesem Ringe nun, in dessenMitte, von einem freien, aber eingefriedigten Raume, demHofraume umgeben, sein Haus und in des Hauses Mittesein Herd steht, waltet er als in seiner Burg, in der er, vorjedem Angriffe geborgen, eines unverletzlichen Burg- undweil sein Herd der Altar ist, auf welchem er der Gott-heit opfert, auch eines unverletzlichen Gottesfriedensgenießt, unumschränkt als Priester, Richter und Kö-nig, und die ganze Hausgenossenschaft oder Sippe schul-det ihm, ihrem gemeinschaftlichen Herrn über Leben undTod Aller, unbedingten Gehorsam. Er versammelt sie umseinen Herd, gibt ihr Speise und Trank von den derGottheit dargebrachten Opfern und macht sie damit zurTheilhabern an dem den Göttern bereiteten Mahle, damit