bisherige Ordnung der Dinge gegen eine neue ver-tauscht.
8 58. Weitende und Weltgericht.
Nicht nur den Menschen, auch den Göttern schlägtdie Stunde des Todes. Surtr erhebt sich mit seinenMuspell söhnen und bricht seinem glühenden Hassegegen Schöpfer und Schöpfung Bahn. Er überzieht beidemit Krieg und vernichtet sie durch sein unwiderstehlichesFeuer. Eine neue Erde steigt aus dem Meere empor mitverjüngten Göttern, die wiederum Aesir (Mehrzahl vonAs) genannt werden, und ein neues, goldenes Zeitalterbricht an. Hel gibt ihre Gefangenen heraus, und Heer-schau wird gehalten über die ganze Todtenwelt, die Ge-rechten und die Ungerechten werden von einander geschie-den, und jene in den Himmel erhoben zum Genusse ewigerFreude, diese in die nun erst völlig in den Begriff Hölleübergehende Wohnung der Hel hinabgestoßen zur ewigenPein und Qual. Herrlich ist dieses rein dem Heidenthumangehörige Gemälde vom Weltgericht in dem von Schnel-ler herausgegebenen althochdeutschen Gedichte Muspilliausgeführt, wiewohl dieses selbst schon dem Christenthumeignet, und christliche Auffassung auf den heidnischen Grundaufträgt. Uebrigens »tritt der sittliche Gehalt der deutschenheidnischen Götterlehre nirgends reiner hervor, als indieser Darstellung des Weltendes, der das antike Heiden-thum nichts ähnliches an die Seite zu setzen bat, so we-nig als der gerichtlichen Vertheilung der Wesen nach demWeltbrand an Himmel (Gimlir) und Hölle (Hel)". *