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jagen«. * Töchter aber wurden in andere Sippen hinaus-verheirathet oder blieben, unter der Vormundschaft desneuen Wirthes, in stiller Zurückgezogenstes am elterlichenHerde sitzen.
H 64. Leichenbegängnisse.
Der Glauben der alten Deutschen schränkte das Lebendes Menschen nicht in den engen Kreis dieses irdischenDaseins ein. Aus der Erde entsprossen wuchs er wie seinUrbild, die Weltesche Aggdrasill, die ihre Wurzeln inden Abgrund der Unterwelt bohrte und ihre Krone überdas Sternenmeer breitete, in den Himmel hinein und ge-wann das ewige Leben. Wie hätte er den Tod sürchtensollen? Er war ihm ein willkommener Freund, besonders,wenn er ihn auf dem Kampsplatze holte, um ihn unmit-telbar in die Wohnungen der ewigen Herrlichkeit zu tra-gen, wo ihn selbst der Weltuntergang nicht mehr erreichenkonnte. Wurde ihm auch diese besondere Begünstigungversagt, wenn er nur im Frieden, wenn er nur mit denGöttern versöhnt aus dem irdischen Leben schied, so hatteer das Jenseits nicht zu fürchten, denn es war ein ver-geltendes, und seine Werke folgten ihm in dasselbe nach.Wer aber keinen Grund hatte, den Tod zu fürchten, wenner ihn selbst heimsuchte, wie hätte der viel klagen undjammern sollen, wenn er Eines seiner Angehörigen ab-rief? Es fließen genug der Thränen im Verlaufe des ir-dischen Daseins, es ziemt sich, daß wir sie am Schlüssedesselben trocknen. Wir hätten oft mehr Ursache, über dieGeburt eines Menschen zu weinen, als über. seinen Tod.Die alten Deutschen hielten deßwegen fröhliche Leichen-
- Schiller.