Band 
Erster Theil.
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Gedächtniß. Julius Cäsar hatte die Stärke diesesArmes bei der Eroberung Galliens in seinem Zusammen-treffen mit Ariovist aus eigener Erfahrung kennen ge-lernt, und wir haben oben gesehen, wie er sich diese Er-fahrung zu Nutzen machte. Von ihm an war es Sitte,daß deutsche Gesolgsherrn oder Heerkönige mit ihren Ge-folgschaften in die Dienste der römischen und später auchder griechischen Kaiser traten und sogenannte Heerverträgemit ihnen abschloßen, die ihnen für ihre Hülfsleistungenin der Regel Wohnplätze in den Ländern zusicherten,welche sie vom Feinde säubern sollten. Wurden diese Heer-verträge gehalten, so kam das fahrende Heer auf demWege der Güte in den Besitz eines Bodens, auf dem essich Herde gründen konnte. In der Regel aber machte sichdas Sprüchwort geltend: »Versprechen ist leichter als bal-len" ; und in diesem Falle mußte man den Weg der Ge-walt einschlagen, um zu seinem Zwecke zu gelangen. Aberwenn man ihn einschlug, gelangte man auch dazu. DieWestgothen kamen auf dem Weg der Güte in den Besitzdes südlichen Galliens. Jovinus hatte sich in Gallienzum Gegenkaiser aufgeworfen. Honorius, der rechtmäßigeKaiser, nahm den Westgothenführer Adolf, den Nach-folger Alarich's, gegen ihn in Dienst, und sicherte ihmWohnplätze dafür in dem genannten Lande zu. Adolfrückte gegen Jovinus in's Feld und besiegte ihn, Honoriusaber hielt seine Zusage. Er trat dem Westgothenführereinen großen Theil des südlichen Galliens ab. Damit waraber auch dann der Grund zum Westgothenreiche gelegt,das sich bald über das ganze Pyrenäenland ausdehnte.In der Regel mußten die Kaiser die Rettung des Ganzendurch Aufopferung eines Theiles erkaufen; und auf dieseArt ging dann am Ende doch das Ganze an Diejenigen