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loszukaufen, und lieferten den Landslüchtigen aus. Chlod-wig aber dachte klein genug, den Wehrlosen hinrichten zulassen. Blut sollte seine blutige Laufbahn eröffnen. Dasherrenlose Land fiel dem Sieger von selbst zu. Sein Reicherstreckte sich nun vom Meere bis zur Rhone, Saone undMosel und vom Niederrhein bis zur Loire. Die Rboneund Saone schied es von den Burgundern, die obereMosel von den Ala mannen, die Loire von den West-gothen. Nach diesen drei Grenzen nun schweifte gierigdas Auge des kühnen Eroberers. Bor Allem batte er esaus das Land der Burgunder abgesehen. Die Vermäh-lung mit einer burgundischcn Prinzessin Chlotilde sollteihm dazu verhelfen. Aber es bedurfte mancher Blutthat,bis dieser Zweck erreicht war, und erst seinen Nachkommenreifte die blutige Saat, die er ausstreute.
§ 84. Frühere Geschichte der Burgunder und Anlauf derFranken zur Unterwerfung derselben.
Die Burgunder oder Burgundionen — nachder allgemeinen Annahme so genannt, weil sie vielleichtnickt wie die übrigen Germanen vereinzelt aus zerstreutenGehöften saßen, sondern in zusammengebauten Flecken oderDörfern (durxis) wohnten, oder weil sie besondere Frei-bürgschaften oder Sippenbündnisse unter einander bildeten,oder weil sie sich gern im Schatten größerer Völker bargen,wie zuerst im nordöstlichen Deutschland im Schatten derGothen, ssiäter im Zehntlande im Schatten der Römer, dannan der Saone und Rhone im Schatten der Franken oder derWestgolhen — kennt schon der römische Naturforscher undGeograph Plinius, um die Mitte des ersten Jahrhun-derts nach Christo, und zwar im nördlichen Germanienaus beiden Seiten der Oder. Tacitus weiß nichts