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in welchem der Gründer der neuen Dynastie, Gundo-wich, starb, gab es Streit über die Theilung des Erbes;und der Aelteste seiner vier Söhne, Gundobald, suchtesich aus Verdruß lieber eine Herrschaft in der Fremde zugründen. Er begab sich zu seinem Oheim, dem allgewaltigenRichmar, riß nach dessen Tode die Verwaltung des rö-mischen Reiches an sich, wurde aber durch den byzantini-schen Hos, der sich zuletzt in die verworrenen Verhältnissedes abendländischen Reiches mischen zu müssen glaubte, baldaus dieser Stellung verdrängt, und kehrte nun, wieder denbittern Verdruß im Herzen, in die Heimat zurück. In die-ser schwarzen Gemüthsstimmung ließ er zwei seiner Brüder,Chilperich uud Godemar aus dem Wege räumen undtheilte nun das Erbe mit dem dritten Bruder Godegisit,indem er für seine Person den Sitz in Lyon aufschlug,ihm aber Genf zur Residenz anwies. Von dem ermordetenChilperich lebte eine Tochter Chlotilde. Sie wählteChlodwig (493) zu seiner Gemahlin; und nun glaubtesich der wilde Sigambrer vor der Welt und seinem Ge-wissen gerechtfertigt, wenn er Blutrache an dem Mörderdes Vaters seiner Gemahlin übte und sein Geschlecht aus-rottete, um das dann herrenlos gewordene Reich für sicheinzuziehen. Er machte auch wirklich im Jahr 500 einenAngriff, erreichte aber, obschon, ja gerade weil Godegisilsich zu ihm schlug, nichts Anderes, als daß Gundobaldnun auch diesen, seinen jüngsten Bruder, der Herrschaftund des Lebens beraubte. Dieß war die Eröffnung einerlangen Reihe blutiger Kriege, die endlich, nachdem Chlod-wig schon längst in die Welt der Vergeltung hinüber-gegangen war, mit der Unterwerfung des Burgunderreichesunter den Szepter der Frankenkönige endete.