Schwester, Lantechilde, die sich schon vorher zum Christen-thum bekannte, aber zum ananischen, trat bei dieser großenGelegenheit zum katholischen Glauben über. Die Tauftdes Königs hatte am Weihnachten 496 statt. Die gewöhn-liche Tauszeit aber war Ostern. Es mochte den heiligenRemigius und seinen hohen Zögling gleich sehr zu demhochwichtigen Schritte drängen. Und diejenigen Mitgliederder königlichen Gefolgschaft, denen es eben so um's Herz war,ließen sich am gleichen Tage mit ihrem erhabenen Führertaufen. Die Meisten aber wurden Wohl erst am folgen-den Osterfeste in den Schooß der heiligen Kirche aufgenom-men. Darum schwanken die Angaben über die Zahl dermit dem Könige getauften Edeln zwischen 6000 und 364.Die letztere mag wohl für die Weihnachtstauft, die ersterefür die spätere Ostertaufe gelten. Einige von dem GefolgeChlodwig's, wie namentlich sogar ein Glied seines eigenenGeschlechtes, Raganar, verließen auch ihren König,als er seinen angestammten Glauben verließ, und in vielenGegenden, besonders in dem Heimatlande Chlodwig's, ander untern Maas, hielt sich das Heidenthum noch lange.Selbst in der nächsten Umgebung des Hofes gewann dasChristenthum nur allmälig Boden und Wurzel. »Willman einem Biographen des Alamannenapostels Fridolintrauen, so war die Tischgenossenschast Chlodwig's nochgrößtentheils heidnisch, als der Heilige ein über Tisch zer-brochenes Gefäß durch ein Wunder herstellte; aber dieAkten unterliegen großem kritischem Verdachte." *
^ Rettberg, a. a. O. T. 277. Lergl. die später folgende Lebens-geschichte des genannten Heiligen in unserm zweiten Lbeile.