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8 89. Chlodwig als Christ.
Noch länger dauerte es, bis das Christenthum Bodenund Wurzel in den Herzen selbst derjenigen gewann, diesich gleich Anfangs zu ihm bekannten; und am schwerstenHielt dieß gerade bei Chlodwig selbst. Ach, er verehrte zwar,was er sonst zerstört, aber er zerstörte nicht, was er sonstverehrt hatte. Er war ein zweiter Konstantin, nicht nur inBetreff der Rolle, die ihm schon von der Geschichte übertragenwar. sondern auch in Betreff der Art und Weise, wie er dieseRolle spielte. Und ach, daß in diesem Spiele gerade so vielRolle und so wenig Wahrheit lag! und daß deßhalb dieGeschichte über diesen zweiten Konstantin dasselbe harteWort aussprechen muß, welches sie über den ersten aus-zusprechen -genöthigt war, das Wort: er war berufen, abernicht auserwählt! Er zerstörte nicht, was er sonst verehrt,wenigstens genährt, gehegt und gepflegt hatte — seineLeidenschaften, besonders seine vor keinem Verbrechen zurück-schaudernde Herrschgier. Er wurde bloß äußerlich Christ,einen neuen Menschen legte er nicht an. Seine Bekehrungaus dem Schlachtfelde mag Folge des überwältigenden Ein-druckes gewesen sein, den die wunderbare Erhörung seinesGebetes in der schicksalschwersten Stunde seines Lebensaus ihn gemacht hatte, wir tragen sogar kein Bedenken?sie als unmittelbare That Gottes zu bezeichnen. Aber ander Erfüllung seines Gelübdes, wie an seiner ganzenHandlungsweise hatte die Berechnung denn doch auch ihrenguten Antheil. Die Bevölkerung des ganzen Landes, daser sich unterworfen hatte, war katholisch; nur wenn er denkatholischen Glauben bekannte, gewann er sich die Herzenderselben. Er that es, und seine Berechnung täuschte ihnnicht. Um noch sicherer zu gehen und seine Gewalt durchaus