Band 
Erster Theil.
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Führung auch nicht bewußt werden, sie kommen an's Ziel.Aber wehe den Männern und den Geschlechtern, durch diesie auf ihrem Wege aufgehalten oder von demselben ab-gelenkt werden! Das Szepter wird von ihnen genommenund Andern übergeben. Also erging es dem fränkischenHerrscherhause der Merovinger. Es wurde zu leicht erfun-den und mußte einem schwereren Geschlechte weichen. Schonin der Person seines Gründers Chlodwig hatte es sichzu sehr mit Blut befleckt, um ein taugliches und würdigesWerkzeug zur Vollendung des Bekehrungswerkes an den ger-manischen Völkern abzugeben, wozu es zunächst berufen war.

Der Feuergeist und die Thatkraft Chlodwig's erloschmit ihm im Grabe. Seine Nachkommen waren größten-theils Schwachköpfe und willenlose Sklaven entweder dereigenen Leidenschaften oder der Laune, Rachgier und Herrsch-sucht ruchloser Weiber, und bei der unheilvollen Sitte, dasReich, wenn mehrere Söhne vorhanden waren, unter diesezu theilen, unaufhörlich in Streitigkeit und meuchelmör-derische Kriege mit einander verwickelt. «Die blutige Saal,die Chlodwig durch Ermordung der Seitenverwandtenzur Sicherung seines Thrones ausgestreut hatte, ging inder Familie reichlich auf. Gift, Dolch, Wollust, Raubgierwechseln mit einander bei diesen Blutmenschen in entsetz-licher Reihenfolge. Wie Chlodwig's ärgste Unthaten erst nachseiner Tauft fallen, so läßt sich auch unter jenen Mordge-stalten während des sechsten Jahrhunderts keine milderndeEinwirkung des Christenthums entdecken. Höchstens etwasverfeinerter wird gegen Ende des Jahrhunderts das Mor-den; statt des Messers, womit Chlotar I. die Söhneseines Bruders Chlodomir eigenhändig abgeschlachtet, *

* Nach dem unwidersprechlichen Zeugnisse Gregor'? von Tours, demdieses ganze düstere Gemälde entnommen ist.