Band 
Zweiter Theil.
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XXIV

gewalt aus. »Der Jüngling war zum Manne geworden",sagt Horkel, der gelehrte Bearbeiter der unsere erste Gruppeumfassenden »Urzeit", in der Sammlung: »die Geschicht-schreiber der deutschen Vorzeit" (Berlin 1847, Bd. 1.S. 95); »sein jugendlicher unbefangener Heldenmuth ver-band sich mehr und mehr mit Selbstsucht: er strebte sichin den Mittelpunkt des römischen Reiches unl> der Weltzu stellen, und berechnete klug jeden Schritt, um stets derHülfe versichert zu sein, welche ihm die Verfassung dazubieten konnte; aber er achtete keine Gefahr, wenn es galt,die eigenen Kräfte zu entfalten, deren er sich hinlänglichbewußt war, um nichts als unerreichbar anzusehen". SeineSelbstsucht drohte sogar die Oberhand über sein eigenes,besseres Selbst zu gewinnen. Er wollte um jeden Preisdie Alleinherrschaft erlangen. Durch die Verschwendung,mit welcher er Geld unter das Volk streute, an den Bet-telstab gebracht, stellte er sich, wiewohl gehörig verstecktund gedeckt, an die Spitze einer Verschwörung, zu der sich,unter dem Vorsitze des allberüchtigten Catilina, die Hefeeiner ruchlosen Adelspartei zusammengethan, trat aber nochbei Zeiten von derselben zurück. Sein großer Namen brachihm die Bahn von selbst. Er bekam die Verwaltung derProvinz Spanien und erwarb sich daselbst neue Lorbeerenund neue Reichthümer. Nach Rom zurückgekehrt, bewarber sich um die höchste Staatswürde, das Consulat. Er er-btest sie, mußte sie aber, dem unverletzlichen Staatsgesetzezufolge, wie von jeher noch alle Consuln, mit einem Amts-bruder, Marcus Bibulus, theilen, wußte jedoch zutheilen wie der Löwe in der Fabel, und sprach zu seinemEollegen: »Heute bleibst du zu Hause und ich führe denVorsitz in der Rathsversammlung, morgen führe dann ichden Vorsitz in der Rathsversammlung und du bleibst zu