Band 
Zweiter Theil.
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XXVIIl

welchen Pytheas untersucht hatte, den Boden des oftseeischenBernsteinlandes, das heutige Samland, welches der alteMasstlier Abalus, spätere Schriftsteller auch Rauno-nia, Basilia, Baltia, Osericta nennen, mit Aus-nahme des ersten sämmtlich griechische, gleichbedeutende Na-men, welche Uebersetzungen des einheimischen «Romowe«(wovon Raunonia) die betreffende Halbinsel, von denAlten für eine Insel angesehen, als Hauptsitz des dortigenGötterdienstes bezeichnen. Dieser Römer aber kam nichtwie der Masstlier zu Wasser, sondern zu Lande dahin,doch von ähnlicher Absicht getrieben. Es gelüstete nämlichden Kaiser Nero (54—68 n. Ch.) bei einem Festspiele dieganze Ausrüstung im reinsten Bernstein blitzen zu lassen.Und den glaubte er nirgends besser bekommen zu könnenals an seiner Quelle. Darum ließ er durch seinen Kampf-spielordner Julianus einen römischen Ritter, nach unsererAusdrucksweise etwa den »Commercienrath von So undSo«, nach dem Bernsteinlandc schicken. Der entledigte sichdann seines Auftrages zur großen Zufriedenheit seines Ge-bieters, zur vollen Ehrenrettung des verläumdeten See-fahrers von Massilia und zu nicht geringem Vorschub fürdie Länder- und Völkerkunde. Der ältere Plinius, derbeim Ausbruche des Vesuv's im Jahre 70 n. Ch. einOpfer seiner Forschbegierde unter dessen Asche begrabenwurde, berichtet in seiner Naturgeschichte über den fragli-chen Gegenstand in aller Kürze Folgendes: »Etwa sechs-bundert (römische) Millionen oder Meilen (jede zu tausendLchrilten (woher der Name) , hundertzwanzig deutscheMeilen) von Carnuntum in Pannonien (auf dem linkenDonauuser unterhalb Wien) ist Germaniens Küste ent-fernt, von welcher der in neuerer Zeit allbekannte Bern-stein kommt. Augenzeuge ist ein römischer Ritter, der von