XXVIl
Der Krieg ist der Wissenschaft selten günstig, und jeden-falls seine Gunst zu theuer erkauft, um die Ergebnissederselben nicht unter ihren Werth herabzudrücken. Auf demWege des Friedens kommt man immer weiter. Auf ihmgelangten denn auch die Römer zuletzt doch zur genauernKenntniß des Teutonen- oder Germanenlandes.
Die Schriftsteller des Augusteischen Zeitalters, beson-ders ein Polybius und Strabo, erklärten noch dieAngaben des Pytheas, weil sie dieselben nicht mit demAugenscheine vergleichen konnten und manche Widersprüchedarin zu finden glaubten, für eitel Geschwätz und Lüge,wir sind aber dessenungeachtet ihnen und andern Schrift-stellern derselben Zeit, wenn sie uns statt dessen, was sieverwarfen, auch nichts Besseres geben konnten, darum dochzu großem Danke verpflichtet, sie entrissen wenigstens densogenannten »Lügner« der Vergessenheit und führten Stei-» len aus dessen »Lügenbericht« an, die sonst mit dem Gan-zen jetzt verloren wären. Die Zeit übernahm die Ehren-rettung des Verläumdeten. Schon Julius Cäsar rief alsConsul einen Senatsbeschluß hervor, welcher eine allge-meine Reichsvermessung anordnete. Von ihr sagt ein alterGeograph, Aekhicus, in der Vorrede zu seiner Kosmo-grapbie, ein gewisser Theodotus oder Theodorus hätteden Norden übernommen und 29 Jahre, 7 Monate und!0 Tage auf dessen Vermessung verwendet. Die ganze Reichs-vermcssung nahm eine Zeit von 32 Jahren in Anspruch.
> Sie mußte Acht in das Dunkel werfen, und wirklich be-
ginnt es von nun an auch in der Kunde vom Germanen-lande-und Germancnvolke zu tagen, und rasch folgt nunEntdeckung aus Entdeckung.
Ein halbes Jahrhundert nach Vollendung der Reichs-er Messung setzte wieder ein Römer den Fuß auf den Boden,
b*
l