Band 
Zweiter Theil.
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XXX

nius Zeit die Kunde der Römer von den germanischenund sarmatischen Stämmen Hüt einem Male so ungemeinbereichert werden konnte und wie vorzüglich Tacitus undPtolemäus (der berühmte Geograph aus der Mitte deszweiten Jahrhunderts n. Ch., dessen Weltsystem sich dasganze Mittelalter hindurch behauptete und erst im sechs-zehnten Jahrhundert vom kopernikaniscken verdrängt wurde),bis an die Küsten der Ostsee neue Völker, neue Städteund neue Länder kennen lernen konnten«.

Casus Cornelius Tacitus.

Wir sind im Mittelpunkte der Geschichtschreibung derdeutschen Urzeit angekommen. Verweilen wir eine Zeitlangbei der großen Persönlichkeit, um die er sich dreht, demunerreichten Muster aller Geschichtschreibung Casus Cor-nelius Tacitus. Um die Mitte des ersten Jahrhun-derts der christlichen Zeitrechnung in den letzten Jahrendes Kaisers Claudius, oder im Ansänge der Regie-rung Nero's aus einem der edelsten Geschlechter Romsgeboren , reifte der Knabe mitten unter den entsetzlichstenGräueln einer maßlosen Zwingherrschaft und Zuchtlosigkeitheran, aber er hatte das seltene Glück, noch vor seinemEinkitte in das volle Jünglingsalter ein neues würdigeresGeschlecht, das Geschlecht der Flavier, den schändlich befleck-ten Thron der Weltherrschaft besteigen zu sehen; und mitder ganzen Begeisterung der ersten Jugend, aber ohne derMäßigung des reisen Mannesalters zu vergessen, begrüßteer nach der langen »cimmerischen« Nackt das rosige Lickteines neuen Morgens. Er hatte sich schon als Kind iwsHerz geschrieben, daß wir zwei Ohren haben und bloßeinen Mund; er hatte beschlossen, sich seines Namens:»der Schweigsame« (tacitus) würdig zu machen, und sein