Band 
Zweiter Theil.
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Kaisers Augustus bietet der griechische GeschichtschreiberDio Cassius, obgleich er bereits der Verfallzeit dergriechisch-römischen Litteratur, dem Anfange des drittenJahrhunderts (seine Geschichte geht bis 229), angehört,in seiner wirklich noch gut geschriebenen römischenGeschichte in 80 Büchern, wovon jedoch leider die 36erstem ganz und Anderes theilweise verloren gegangen.»Er drängt die historische Erzählung nicht zu Anecdotenund Sentenzen zusammen, noch bewundert er Tiberius,wie der eben genannte Vellejus. Er geht mit ehren-hafter Gesinnung, voll reicher Kenntnisse, den Jahrenin ihrem Verlaufe treu und regelmäßig nach; seine Ge-schichte umfaßt Deutschland wie die andern Theile desrömischen Reichs; ein inneres Ergriffensein von seinemGegenstände zeigt er nur sehr selten, aber Alles trägt denStempel des besonnenen, einsichtigen Mannes. Er bietetuns den Faden, an den sich die Mittheilungen Andereranknüpfen lassen; ihm verdanken wir auch den alleineinigermaßen genügenden Bericht über den Verlauf derTeutoburger Schlacht.

»Zu diesen unsern Hauptführern gesellt sich als dritterder Biograph der Kaiser, Hadrian's Zeitgenosse, Sueto-nius, dem die Gunst dieses Monarchen die verschiedenenReichsarchive öffnete. Wie seine Biographieen unschätzbarsind wegen der reichen Fülle von Nachrichten aller Art,die sie bieten, aber fern von aller Kunst der Geschicht-schreibung, so sind auch in Bezug auf Deutschland nurEinzelheiten aus ihnen zu entnehmen, darunter aber mancherZug, den wir ungern entbehren würden. Recht im Gegen-satze zu ihm steht Annäus Florus, aus dem Anfangedes zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung. Er hat denStoff gänzlich der Kunst Unterthan gemacht, aber der