Band 
Zweiter Theil.
JPEG-Download
 

nun

gehoben und für die Nachwelt erhalten hat. »»Wer liestdie Geschichten von Alboin's Jugendthaten und Ritterschlag,oder die grausige Sage von Rosimunde, oder die lieblicheWerbuirg des Autharis um Theodolinde, wer die Feind-schaften zwischen Grimoald und Bertarit, oder die Nach-stellung Cunibert's gegen Aldo und Grauso, oder den Toddes Ferdulf, ohne hier überall den vortrefflichsten Ro-manzenstoff zu entdecken und die schönsten Stücke poeti-scher Erzählung, deren Stoff zu abgerundet, deren Zahlzu groß ist, als daß sie für Geschichte gelten könnten, dieaber längst eine zweckmäßige deutsche Bearbeitung für dieJugend verdient hätten. Ueberall tragen diese Geschichtennordische Züge, Vieles erinnert an die skandinavischenSagen, aber nicht zu verkennen ist, daß ein freundlicherer,milderer Charakter bei aller Rohheit, die unterläuft, darüberliegt, daß Planheit und geschichtliche Klarheit sie auszeich-nen, Eigenschaften, die, wenn sie nicht den Liedern selbsteigenthümlich gewesen wären, so gut in Paulus' Darstel-lung mangeln würden, als sich die entgegengesetzten ineinigen seiner Sagen im Eingang erhalten haben, wo dieGeschichte noch im Norden spielt"" (Gervinus).

»Von jenen deutschen Heldenliedern, „»in de-nen die Thaten und Schlachten der alten Könige besungenwaren"", die Karl der Große sammeln und aufschreibenließ, ist so gut wie nichts auf uns gekommen; seinemEinfluß haben wir es indeß vielleicht mit zuzuschreiben,daß sein Zeitgenosse und Freund, dessen literarischer Thä-tigkeit er so große Theilnahme zuwandte, den Stoff deriongobardischen Heldenlieder auf die Nachwelt brachte. Aberauch nur dem warmen, volksthümlich schlagenden Ge-müthe des Paulus, verbunden mit jener Anmuth undKlarheit der Erzählung, in der ihn kein Schriftsteller des

Einfuhr, des Christenthums II. (l