Band 
Zweiter Theil.
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I.VIN

Mittelalters übertreffen hat, war es möglich, die vater-ländischen Sagen so ganz im einfachen ächten Volkstonwiederzugeben, der uns beim ersten Lesen erkennen läßt,daß es deutsche Sagen sind, und baß es nur der Rück-übersetzung bedurfte, um sie wieder in ihrem ursprünglichenGewände vor uns zu haben. Der anziehende Inhalt nichtweniger als die anziehende Form der Erzählungen ist esnun auch, die dem Werke des Paulus seine ganze Ver-breitung gaben und es, soweit im Mittelalter überhauptdavon die Rede sein kann, zu einem wahren Volksbuchmachten, wie die Menge der Handschriften (wir wissenvon 114) und zahlreiche Bearbeitungen und Auszüge derLongobardengeschichte beweisen.

»Sehr zu beklagen ist es, daß das Werk des Paulus(mit dem Tode König Liutprand's im Jahre 744) ge-rade da aufhört, wo er unabhängig von andern Quellen,ganz aus der reichen Fülle seiner eigenen Erlebnisse schö-pfen konnte und sein Talent als Geschichtschreiber darzu-legen die beste Gelegenheit hatte. Der Tod überfiel ihnmitten in seiner Arbeit: ein unersetzlicher Verlust für dieGeschichte. Bei seiner Stellung zu den longobardischenFürsten einer-, zu den Franken und zu der Kirche anderer-seits wäre, ganz abgesehen von seinen literarischen Eigen-schaften, unser Paulus vor allen Andern befähigt gewesen,eine gründliche sowohl als unparteiische Geschichte der letz-ten Zeiten des LongobardenrcicheS zu schreiben. So abersind wir für die am folgenreichsten und entscheidendstenur die allgemeine Geschichte eingreifende Zeit der Lango-barden neben den dürftigen Auszeichnungen fränkischerSchriftsteller beinahe lediglich aus die Lebensbeschrei-bungen der römischen Päpste, auf die von Karldem Großen veranstaltete Sammlung von Briefen der