Band 
Zweiter Theil.
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schaften nicht einmal den dürftigen, damals gewöhnlichenUnterricht erhielt. Als er zum Jüngling erwachsen undbereits in den geistlichen Stand getreten war, machte erwiederholentlich Reisen nach Burgund, um seine Mutterund deren Oheim, den Bischof Nicetius von Lyon, zubesuchen. Im Jahre 563 überfiel ihn ein heftiges Fieber.Die Krankheit wich nur langsam, und er meinte nurdurch die Wundermacht des heiligen Martinus vollständigeHeilung gewinnen zu können. Noch schwach, machte ersich auf den Weg, um am Grabe des Heiligen zu Tourssein Gebet zu verrichten. Neue heftige Anfalle ber Krank-heit überfielen ihn auf der Reise, man suchte ihn von derFortsetzung derselben abzubringen, aber er beharrte inseinem Vorsätze, gelangte nach Tours und fand am Grabedes Heiligen wirklich die gehoffte Genesung. Diese Reisescheint für sein ganzes weiteres Leben entscheidend gewesenzu sein. Er knüpfte Wohl schon damals durch den BischofEufronius, der ihm verwandt war, die Verbindungenan, durch die er etwa zehn Jahre später dessen Nachfolgerwurde.

»Nach dem Tode Chlotar's I., welcher drei Jahrelang das ganze Frankenreich als Alleinherrscher geleitetbatre, im Jahre 56 t war die Auvergne, wie auch Toursan Sigbert, den tüchtigsten der Söhne dieses Königs,gekommen. Sigbert scheint dem Kreise, welchem Gregorangehörte, besonders gnädig gewesen zu sein. Durch ihnerhielt Avitus, der väterliche Erzieher Gregor's, trotzmächtiger Gegner, im Jahre 571 die bischöfliche Würdem dieser Stadt, durch ihn wurde etwa zwei Jahre späterGregor selbst zum Bischof von Tours eingesetzt, als dieGeistlichkeit und Bürgerschaft dieser Stadt bei der Erledi-gung des bischöflichen Stuhles ihre Wahl aus ihn gerichtet