Band 
Zweiter Theil.
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in den Mund zu streichen, sich selbst Lügen strafen. Die Ge-schichte ist einfach und schlicht; wer die Wahrheil erzählt, be-darf der Ausschmückung nicht; jede Ausschmückung, vor Al-lem aber jede Ueberladung ist verdächtig. Die Ausschmückung,die Ueberladung in unjerem Falle abgeschält, bleibt uns derKern in der Hand: Rupert war gegen Ende des siebentenJahrhunderts Bischof von Worms und nahm, wie so vieleAndere den Wandcrstab in die Hand, um das Evangeliumaucb in weitem Kreisen, besonders in Baiern, zu verkünden.Tjeß ist so ziemlich der ganze Kern dessen, was die Ge-schichte von ihm weiß, und die Geschichte ist das Wortdes Herrn, der Herr aber spricht: Eure Rede sollsein: Ja, ja; nein, nein! Wasdarüber ist, dasist vom Bösen (Match. 5, 37).

Erst mit der Erhebung des heiligen Bonifacius aufden Stuhl von Mainz, dem eben damit die Metropoli-tanwürde zufiel, treten wir auf den festen Boden der Ge-schichte. Worms ward dem bevorzugten Nachbarstuhle alsSuffraganbisthum unterstellt. Sein Sprengel erstreckte sichdamals über beide Rheinufer und zwar auf dem rechtentief in das Land hinein bis zum mittlern Neckar, undberührte auf dieser Seite die Bisthümer Konstanz undWürz bürg. Auf der entgegengesetzten, im Westen, stießer an die Bisthümer Metz und Trier, im Süden grenzteer mit dem Bisthum Speyer, im Norden mit demSprengel von Mainz zusammen. Uebrigens stieg der bi-schöfliche Stuhl von Worms, so klein sein Sprengel war,von Karl dem Großen an, unter welchem der ersteunbestreitbar nachgewiesene Bischof Erembert (um 770)diesen Stuhl zierte, besonders durch die Freigebigkeit diesesMonarchen und seiner Nachfolger in Kurzem zu einer be-deutenden Würde und Macht empor, hatte aber auch,