Band 
Zweiter Theil.
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foigers auf dem dortigen Stuhle, wieder in der üblichenWeise der Ueberladung mit allerlei Schöpfungen einerregellosen Einbildungskraft beschrieben. Bald darauf, gegenEnde des neunten Jahrhunderts erschien ein neues Er-zeugnis der damaligen Geschichtschreibung, wieder ein bun-tes Gemenge von Dichtung und Wahrheit, eine Geschichteder Bischöfe Verdün's von einem Presbyter, NamensBertar oder Bercar. Dasselbe stellt sich als Compi-lation oder Zusammenstoppelung aus verschiedenen ähnli-chen Werken oder vielmehr Machwerken, namentlich einervielgestalteten und vielgesärbten Lebensbeschreibung desBischofs Servatius von Tongern heraus, der ein Zeit-genosse des Athanasius eine große Rolle in der Be-kämpfung des Arianismus spielte. Es war, als hätte sichan der Wiege der deutschen Kirche mit einem Male derseit Jahrhunderten schon vergessen gewesene Jrrlehrer ausdem Grabe erhoben, und es wurde nun von seinen eben-falls aus dem Grabe erstehenden zeitgenössischen Gegnernaufs Neue der Kreuzzug gegen ihn eröffnet. Es konntenickt anders kommen, es mußte dabei etwas bunt durch-einandergehen. Was Wunder, wenn ein Vorkämpfer dereinen Sache im Gewühle der Schlackt auf einmal an derSpike der andern erscheint? Einmal, wenn auch nur imFiebertraume, dort gesehen, wich er nun auch nicht mehrvon diesem Platze, bis er die Wahlstatt mit seiner Leichedeckte. Die Lawine war fertig, man glaubte sie nur nochformen zu müssen, um sie mit Anstand in die Hallen derGeschichte einzuschwärzen. Auch dazu fanden sich Hände.Wo hätte es je dem Vater der Lüge an Händen gefehlt?Um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts tauchten inZusätzen eines gewissen Abtes Aegib ins zu einer Lebens-beschreibung des vorerwähnten Servatius ein sörm-