174
versucht worden ist, einen Irrthum in der Zeitbestimmungannehmen, wie ein solcher so häufig vorkommt, wie wireinen solchen namentlich bei der Jahreszahl der Gründungdes Klosters Ellwangen gesunden haben, man könnte dasfragliche Concil von Cöln in eine spätere Zeit, etwa aus356 statt 346, verlegen, so ließen sich die Akten durchAnnahme eines Abfalles des Euphrates zur Noth nochretten; aber nein das Jahr 346 ist durch vier verschie-dene Bezeichnungsweisen unabänderlich festgesetzt, und dasJahr 347 steht für die Kirchenversammlung von Sardicaunantastbar in den Tafeln der Geschichte verzeichnet. DieAkten müssen also, sie müssen nothwendig verworfen wer-den, und so muß Manches, von dem wir uns kaum tren-nen zu können glauben, verworfen, so muß namentlichManches aus den Lebensbeschreibungen der Heiligen, wennes uns auch noch so lieb geworden ist, ohne Schonunggestrichen oder wenigstens nach den Ergebnissen der For-schung berichtigt werben; die Wahrheit ist das erste Ge-setz, und wer die Wahrheit zu finden weiß und sie nichtsuchet, dem ist es Sünde. Doch ich glaube nun dem Leserhinreichend gezeigt zu haben, wie sie zu suchen und wiesie zu finden ist, ich werde ihm in den Lebensbeschreibun-gen der Apostel Deutschlands, zu denen ich ihm nun dieBrücke gebaut habe, und zu denen wir mit dem nächstenSchritte gelangen werden, ihr Gold, das Gold der Wahr-heit, in der Regel aus dem Schmelzofen herausschöpfen, sel-ten mehr aus dem Bergwerke hervorgraben.
Doch kehren wir zu unserem Gegenstände zurück. DasSprüchwort bewährte sich: «von jeder Nachrede bleibtetwas hängen". Die Verläumdung erreichte ihren Zweck,Cöln ward auf die Seite gesetzt und Mainz zum Sitzedes Primas der werdenden Kirche erhoben; und nun erst