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Die Glaubenspredigt an und in den Markendes Alamannenlandes.
§ 22. Der heilige Apostel Paulus und sein Lchüler Crescenz.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Blicke der Apo-stel auch auf die Grenzen unseres Vaterlandes gerichtetwaren; denn alle Völker des Erdballs waren ihnen aufdie Seele gebunden, und der Name der Germanen hatteim ganzen römischen Reiche einen Klang, der ihnen voneiner besondern Empfänglichkeit dieses Volkes für dasEvangelium sprach. Die Germanen waren Vrüder derKelten, und einen Keltenstamm, die Galater in Kleinasien,hatte besonders der große Heidenapostel gar lieb gewonnen.Wie nahe mußte ihm der Gedanke liegen, das Kreuz auchin das Stammland der Kelten, nach Gallien und zu ihrenBrudern und Nachbarn, den Germanen, zu tragen! Hatteer doch sogar schon den Entschluß zu einer Missionsreisenach Spanien gefaßt. Ob er ihn ausgeführt oder nichtausgeführt, müssen wir freilich dahingestellt sein lassen,denn die Geschichte läßt diese Frage unentschieden. Ihreinziges Zeugniß besteht in der Nachricht, die uns Clemensder Apostelschüler gibt, daß er bis an die Grenzen desReiches gekommen sei; doch ich meine, dieses einzige Zeug-niß spreche es deutlich genug aus, daß Rom nicht dasäußerste Ziel seiner apostolischen Wanderung war. DieUeberlieferung läßt ihn das Kreuz über die Alpen tragenund in Helvetien aufpflanzen, schriftliche Zeugnisse aberstehen derselben nicht zur Seite, und selbst die mündlichenhaben kaum einen schwachen Nachklang hinterlassen. SeinBegleiter und Mitarbeiter Crescenz soll nach Gallienund von da bis hinunter an den Rhein gekommen sein,