Band 
Zweiter Theil.
JPEG-Download
 

1S6

einem stillen Seufzer gen Himmel und legte die Scherbenaneinander, und siehe — das Gefäß war wieder ganz, undnicht die geringste Verletzung war an demselben zu sehen.Die Heiden waren zum Schweigen gebracht, und der christ-liche König entließ den Heiligen mit der Zuficherung sei-ner bleibenden Huld und seiner kräftigsten Unterstützungbei Allem, was er Hinsort zur Ehre Gottes unternehmenwürde.

Mit allen dazu erforderlichen Mitteln ausgestattet, ließnun Fridolin unter dem Schutze des Bischofs in Picta-vium an der ihm im Traume bezeichneten Stelle grabenund fand wirklich die Gebeine des heiligen Hilarius. Siewurden erhoben und in dem Kloster beigesetzt, dessen Wie-derherstellung in derselben Zeit begonnen wurde. Klosterund Kirche zum heiligen Hilarius erhoben sich schnell wie-der aus ihrem Schütte und Fridolin wurde zum Abte deserstem bestellt. Aber war er bisher der Wanderer gewesen,der allenthalben als Glaubensprediger umhergezogen war,so blieb er es auch fernerhin. Er reiste noch von seinemKloster aus weit im Lande umher und frischte überall dasAndenken an seinen Heiligen, den großen Bekämpfer derarianischen Irrlehre auf, die von dem westgothischen Herr-scherhause noch immer gehegt und gepflegt wurde. Er stellle,wo es möglich war, die in Trümmern liegenden Klösterund Kirchen wieder her und weihte sie dem Hilarius.

Da erschien ihm derselbe zum zweiten Mal in einemGesichte und ertheilte ihm die Weisung, den Staub vonseinen Füßen zu schütteln und seinen Wanderstab weiterzu setzen; die Arianer im Wcstgoihenlande mochten ihmaussätzig geworden sein. Er machte sich dem Befehle seinesHeiligen gemäß mit einem Theile der von ihm hcrvorge-grabcnen Reliquien auf den Weg nach dem Alamannen-