Band 
Sechster Theil.
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führen, um zu predigen, und sagte seinen Zuhörern getreu-lich Alles, was ihnen nur immer zum Heile der Seelegereichen konnte. Nachdem seine Krankheit bereits überdrei Jahre angehalten hatte, konnte er das Bett nichtmehr verlassen, versammelte aber nun von Zeit zu Zeitseine Jünger um sich, ließ sich und ihnen aus der hei-ligen Schrift vorlesen und sie zu ihrer und seiner Er-bauung Psalmen singen. Er kam seinem Ende sichtlichnäher. Wie er aber am Leibe immer schwächer wurde, sonahm er an Geisteskraft immer zu. Sein Angesicht, blaß,oder vielmehr weiß, wie eine Lilie, war heiter und fröhlich,und zeugte von der Ruhe seines Gewissens, und daß erden Frieden Gottes im Herzen habe. Er vertheilte sämmt-liche Schätze, die er noch auf Erden besaß — seine Bücher —unter seine geliebten Schüler, jedem gab er eines zumGedächtniß.

Alberich, der würdigste aus ihnen, sein Neffe, dener zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, war nicht zugegen.Er befand sich in Aufträgen des Königs (Karl des Großen)auf einer Reise nach Italien. Darüber waren Alle sehrbekümmert. Sie sagten leise zu einander: »Wenn dochnur Alderich noch vor dem Hinscheiden unsers geliebtenVaters käme!" Gregor hörte es und sprach: »Beruhigeteuch, ich werde nicht von hinnen scheiden, ehe denn erhier ist!« Und siehe, der sehnlichst Erwartete kam zumgroßen Trost all seiner Mitbrüder, besonders aber desSrerbenden, wie es dieser vorausgesagt hatte, noch zurrechten Zeit. Täglich unterredete sich nun Vater Gregormehrere Stunden mit ihm über die Angelegenheiten seinesMünsters und seines Bisthums, und sagte ihm Alles, wasihm zu wissen noth that.

Am dritten Tage nach Alberich's Ankunft waren sammt-