Band 
Sechster Theil.
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ein vertrauliches Gespräch mit ihm anzuknüpfen und ihmdarin von der heiligen Liebe mitzutheilen, von welcherseine eigene Seele erfüllt war. Weit mehr noch aberals die Rede wirkte auf uns das Beispiel dieses hoch-ehrwürdigen Mannes, der das Evangelium nicht bloßmit dem Worte, sondern auch mit dem Werke predigte.Wenn man ur seiner Person alle Tugenden strahlensah, auf denen das Wohlgefallen Gottes ruht, wennman gewahrte, wie er die heilige Armuth liebte undeben so karg gegen sich selbst, als freigebig gegen Anderewar, wie er nichts begehrte, als die tägliche Nahrung unddie nothwendigste Kleidung, und darauf bedacht war, daßer stets noch so viel übrig behielt, um Diejenigen zukleiden, welche halbnackt einhergingen, wie er des Gol-des und Silbers nur so viel behielt, als der unerläß-liche Bedarf der Kirche erforderte, — wenn man das Allesmitansah und so recht in's Auge faßte und in's Herzdrückte, wahrlich, da glaubte man den Herrn selbst nochim Fleische wandeln zu sehen, und die Worte aus seinemMunde zu hören: komm und folge mir nach! Undunwiderstehlich fühlte man sich zu ihm hingezogen, daßman nicht anders konnte, als in seine Fußtapfen treten.«Also geschah wenigstens dem frommen Liudger, er trat inAllem in die Fußtapsen seines heiligen Meisters. Darumliebte ihn aber auch dieser wie einen Sohn, und alle seineMitschüler liebten ihn wie einen Bruder, verehrten ihnaber auch zugleich wie einen Heiligen, und so sehr er auchin allen Tugenden und Kenntnissen über sie hervorragte,blickte doch kaum Einer scheel auf seine Bevorzugung;denn er war demüthig und sanftmüthig von Herzen, undNeid und Mißgunst sahen sich den Weg zu ihm abge-schnitten.