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des Frisen- und Sachsenlandes im Hause seiner gottseligenEltern und im Umgänge mit ihnen und ihren Freunden,besonders den Glaubenspredigern, die in demselben aus-und eingingen. »Ich habe«, sagt er in seinem Leben Gre-gor's von Utrecht, »den Erzbischof und Märtyrer Boni-facius noch mit eigenen Augen gesehen, als einen Greis mitweißen Haaren, gebeugt vorn Alter, aber reich an Tugen-den und Verdiensten." Mit besonderer Lust sah er diesenverehrten Gästen seines Vaters zu, wenn sie schrieben,und zeichnete selbst Figuren, die er ihrer Schrift nach-bildete, auf Birkenbast, dessen man sich dazumal zur Be-leuchtung bediente, heftete dann die einzelnen Blätter derLänge nach an einander, rollte die Streifen auf, wie mandas Pergament aufzurollen Pflegte, und brachte dann dieseRollen seiner Wärterin mit der Bitte, dieselben aufzube-wahren. Wenn ihn Jemand fragte, was er treibe, konnteer antworten: »ich mache den ganzen Tag Bücher oderschreibe oder lese;" und aus die weitere Frage, wer ihndas gelehrt hätte, antwortete er: »Gott.«
Schreiben und Lesen war dazumal ausschließlich Sacheder Geistlichkeit. Zum Geistlichen also fühlte sich der jungeLiudger berufen, und seine Eltern, die in Allem den WillenGottes zu dem ihrigen machten, priesen sich darob nurum so glücklicher und baten den heiligen Gregor, ermöchte den vielversprechenden Knaben in seine Stistsschulezu Utrecht aufnehmen, um ihn zum Dienste der Kirche heran-zubilden. Der Abtbischos willfahrte dieser Bitte mit derfreudigsten Bereitwilligkeit. Er konnte sich keinen bessernSchüler, und dieser sich keinen bessern Lehrer wünschen.»Gregor Pflegte — also erzählt Liudger selbst in seinemLeben dieses herrlichen Mannes — des Morgens sich baldzu diesem bald zu jenem von uns Zöglingen hinzusetzen,