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behauptete zwar noch immer die Herrschaft, aber die Samen-körner der Wahrheit, welche Willebrord ausgestreut hatte,waren nicht alle auf einen Boden gefallen, in welchem sienicht Wurzel fassen konnten. In der Familie des Häupt-lings hatten sich einige Keime des Christenthums erhaltenund fortgepflanzt. Diese stellte nun an Karl den Großendie Bitte, den gefeierten Priester Liudgerus für einige Zeitals Lehrer auf ihre Insel zu schicken. Man kann sichdenken, mit welcher Bereitwilligkeit der treffliche Königauf diese Bitte einging und mit welcher Freudigkeit unserHeiliger der an ihn ergehenden Weisung nachkam. Liudgerfing, wie Alles, so auch dieses Werk mit Gott an. Nach-dem er gefastet und gebetet, daß ihm der Herr die Herzendes Volkes ausschließen möchte, bestieg er mit etlichenSchülern ein kleines Fahrzeug, das sie nach dem Eilandeübersetzen sollte. Das heilige Kreuzbild und etliche Reli-quien in den Händen saß er gedankenvoll am einen Endedesselben, über die Art und Weise nachsinnend, wie dasUnternehmen anzufangen wäre, und ob ihn der heilige Geistinnerlich dazu erleuchten möchte. Der heitere Abendhimmellag friedlich über der Insel ausgebreitet, in deren Ange-sicht man sich schon befand, als sich auf einmal eine dichteFinsterniß erhob, die wie ein furchtbarer Rauch aus derInsel aufzusteigen schien und eine Schwärze verbreitete,welcher keine Gewitternacht gleich kam. Alles gerietst inSchrecken. Nur Liudger verlor den Muth nicht und beteteum so inbrünstiger zum Herrn. Und siehe, nicht lange, sozogen jene finstern Rauchwolken dahin, und eine so über-natürliche Helle leuchtete auf, daß man hätte glaubensollen, der Himmel habe seine Thore geöffnet, um dasLicht der ewigen Seligkeit Herabströmen zu lassen; undleicht war dem Heiligen, zu erkennen, daß das Licht der