des Binnenlandes einen stehenden Herd aufzuschlagen, aufdaß sich derselbe des Schutzes seiner Besten und Besatzungenzu erfreuen hätte. Er wählte dazu einen Ort in der Mittedes Landes der Westphalen, der von dieser seiner Lage denNamen Middeseld führte und von demjenigen Theileder Sachsen erbaut worden war, welcher sich den Lango-barden bei ihrem Aufbruche aus den bisherigen Wohn-sitzen angeschlossen, späterhin aber bei ihrer Niederlassungin Oberitalien wieder von ihnen getrennt hatte und indie ursprüngliche Heimath zurückgekehrt war. Diesen Ortsah König Karl zum ersten Male im Jahre 779 auf einemDurchzuge mit seinem siegreichen Heere, und ließ soforteinen jener zahlreichen Priester, welche dasselbe zu begleitenpflegten, mit Namen Bernhard, von der zeitgenössischenGeschichtschreibung als Abt ohne Angabe eines bestimmtenKlosters bezeichnet, zur Pflanzung des Christenthums zu-rück. Der Ort bestand dazumal aus den vier Höfen Broch-vorde, Mimigavorde, Kamvordeshove, Jode-veldeshove und einer Beste mit Namen Thükcs-burg. Letztere sollte der Glaubenspredigt zum Schutzedienen. Bernhard, dem dieser Missionsbezirk zugewiesenwar, starb im Jahre 791. Karl rief unsern Liudger anseine Stelle und vereinigte nun diesen westsächstschen oderwestphälischen mit den beiden ostsrisischen Grenzbezirkcnin Einen Missionssprengel, der seinen Herd und Mittel-punkt in Mimigavorde hatte, aber in zwei Hälften,eine südliche, den Südergau, worin der gemeinschaft-liche Missionsherd stand, und eine nördliche, den Nord-gau, aus den unserem Heiligen schon früher zugetheiltenostsrisischen Bezirken bestehend, zerfiel.
Alsbald war nun Liudger auf Errichtung einer Haupt-oder Mutterkirche bedacht. Er erbaute sie am rechten User