Band 
Sechster Theil.
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razenen, andererseits den Sachsen und Normannendie Hand entgegen, die von allen Seiten umlagerteChristenheit vollends zu erdrosseln.

Im Kreise der Belagerten selbst scheint das Christen-thum, wenn ich so sagen darf, sich nahezu schon überlebtzu haben, und die ihn umschwärmenden Heidenvölker er-innern nur an das Wort des Herrn: «wo das Aas ist,da sammeln sich die Adler." Besonders sind es die HähernKlassen geistlichen wie weltlichen Standes, denen dasChristenthum abhanden gekommen ist, und schon hörtman da und dort die Stimmen des Umsturzes erschallen,deren die Achener Synode von 836 gedenkt: «Warumsollten wir nicht das geistliche Gut zu weltlichen Zweckenverwenden? Mit welchem Rechte behaupten die Priester,jene Güter seien Gott und den Heiligen geweiht, da dochGott und seine Heiligen nicht den geringsten Nutzen ausihnen ziehen? Wo hat der Allmächtige geboten, daß jeneGüter, deren Besitz die Priester verlangen, ihm geweihtwerden sollen? Ist nicht die ganze Erde des Herm, undhat er nicht Alles zum Vortheile der Menschen geschaffen?"In der Unterdrückung der Wahlfreiheit bei Besetzung derHähern Kirchenstellen, die schon seit undenklicher Zeitgrößtentheils vom Hofe aus vergeben werden, und in derAbhängigkeit der Kirchenversammlungen und ihrer Be-schlüsse von der Willkür des Staatsoberhauptes, das sichschon längst über jedes Gesetz erhaben glaubt, ist die reinheidnische Anschauung von der Vereinigung der königlichenund pricsterlichen Gewalt in einer und derselben Personwieder zur vollen Geltung gekommen, damit aber in derVerleugnung der Worte Christi: «dem Kaiser, was desKaisers ist, und Gott, was Gottes ist," das Wesen desChristenthums in seinem innersten Kern angegriffen und