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Constantin aus seinem Kerker herauszureißen und ihm dieAugen auszustechen. Man ließ den Unglücklichen halbtodtauf der Straße liegen. Aber er erholte sich wieder undwurde sodann in seinen Kerker zurückgebracht. Zu Anfangdes folgenden Jahres ward er vor eine zahlreiche Ver-sammlung von Bischöfen aus Frankreich und Italien ge-stellt, um Rechenschaft abzulegen von seinem ruchlosenStuhlraube. Seine sämmtlichen Regierungshandlungenwurden für nichtig erklärt, seine Decrete und Ausschreibenöffentlich verbrannt und sein Name für immer aus derReihe der Päpste gestrichen.
Desiderius kochte Rache, und Waldipert, seinSoldknecht, entwarf mit dem Herzoge von Spolctum undetlichen Römern den Plan, den ersten Pfalzrichter undandere römische Große zu ermorden und die Stadt denLangobarden zu überliefern. Die Sache aber wurde ruch-bar, und Christoph zog mit einem Hausen Volkes aus,den Verräther zu greisen, und als nun Waldipert indie Kirche der heiligen Muttergottes zu den Märtyrernflüchtete, ließ er ihn mit dem Muttergottesbilde, welcheser umklammert hielt, herausreißen und in ein Gefängnißdes Laterans stoßen. Nach wenigen Tagen aber zogen sieihn heraus in den Hof, rissen ihm Augen und Zunge ausdem Kopfe und brachten ihn dann in ein Spital, wo erbald darauf an seinen Wunden starb. Da legte Desi-berius in eigener Person die Hand an das Werk. Ertrat eine Wallfahrt an nach St. Peter; die Pfalzrichteraber erblickten darin einen Heereszug gegen Rom undrüsteten sich zu mannhafter Gegenwehr. St. Peter standdazumalen, wie noch heute, auf dem rechten Ufer derTiber und war noch nicht in den Umkreis der Stadt ein-geschlossen; der beschränkte sich mit seinen Ringmauern und