Band 
Sechster Theil.
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sandte an König Karl begleiten und diesen aufs Neueum Beistand gegen die Langobarden anflehen. Unterwegswandten sie sich abermals an Desiderius mit der Bitteum Herausgabe seines Raubes. Aber sie fanden wiederrein Gehör. Darauf zogen sie ihres Weges weiter zuKarl und öffneten ihrerseits diesem die Augen. Die Lang-muth des Frankenkönigs wurde jedoch noch nicht erschöpft.Er ließ den Wortbrüchigen noch einmal auffordern, seinenVerpflichtungen gegen den römischen Stuhl im Friedennachzukommen, und versprach ihm für diesen Fall sogar14,000 Goldschillinge aus seinem eigenen Schatze. Aberauch das war nicht im Stande, den Starrsinn des Lango-barden zu brechen.

Da ging Karl mit seinen Franken zu Rathe, wasnun geschehen solle, und als der Beschluß gefaßt wurde,zu thun, um was Papst Hadrian gebeten hatte, berief ereme allgemeine Versammlung seines Volkes nach der bur-gundischen Stadt Genua (Genf) am Flusse Rhodanus(Rhone). Hier entwarf er seinen Feidzugsplan und theilteseine Streitmacht in zwei Heere, das eine schickte er unterseinem Oheim Bernhard über den Jupitersberg, derdavon den Namen Bernhardsberg erhielt, mit dem andernrückte er selbst über den Mont Cenis. Als nun der Lon-gobarde hörte, daß König Karl gegen ihn heranziehe,hielt er Rath mit den Großen seines Reiches. Sie sprachen:«wo er einen Priester, Karl einen Bischof, er einen Mönch,Karl einen Abt, er einen Fußknecht, Karl einen Herzogund Grafen, er einen Mann, Karl dreißig in's Feld zustellen habe, könne er der fränkischen Uebermacht die Spitzenicht bieten; aber er solle alle Thäler und Joche, die ausGallien nach Italien herüberführen, durch Mauern ver-schließen, so sperre er derselben den Weg ab.« Also geschah