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und betete, und das Gebet ließ ihn hoffen, wo keineHoffnung mehr war, und bis zum letzten Augenblickewollte er nichts von Uebergabe hören. Da schlug seineTochter, die verstoßene Königin, ihren eigenen Weg ein,dem geliebten Vater noch auf der Schwelle des TodesLeben und Stadt und Reich zu retten. Sie schrieb einenBrief an Karl und schoß ihn, wie die Sage gehffmittelst einer Armbrust über den Fluß Ticinus (Ticino,zu deutsch Tessin), an welchem Pavia lag und nach welchemes sich dazumalen noch nannte. In diesem Briefe aber ge-mahnte sie den König ihrer einstigen Liebe und rief dieseLiebe, die in ihrem Herzen nie erlosch, dadurch auch indem Herzen des Königs wieder wach, und versprach ihm,wenn er sie wieder zum Ehgemahl nehmen wolle, ihmdie Thore der Stadt zu öffnen. Karl antwortete ihr ineiner Weise, die ihre Liebe noch mehr entflammte. Sienahm ihrem schlafenden Vater die Schlüssel der Stadtunter dem Kopfkissen weg und meldete dem Könige, ersolle sich in der folgenden Nacht bereit machen, aus eingegebenes Zeichen in die Stadt einzurücken. Wie nunKarl nächtlicher Weile in Las Thor-einzog, sprang ihmdie Liebende jauchzend entgegen, gerieth aber im Gedrängeunter die Hufe der Rosse und ward von ihnen zertreten.Ueber dem Gcwieher der Pferde erwachte Adalgis, zogsein Schwert und tödtete viele Franken. Aber sein Vaterverbot ihm die Wehr, dieweilen es der Wille des Herrnsei, daß die Stadt in des Feindes Hände falle. Da sagteihm Adalgis Lebewohl und ging zu den Griechen, um zueiner glücklichern Stunde, die aber niemals schlug, mitihrer Hülse das väterliches Reich wieder an sich zu reißen;Karl aber nahm die Stadt in Besitz und zog ein indie Königsburg und ließ sich als dem nunmehrigen Be-