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er sah — so lesen wir in der »letzten Fortsetzungder Fredegar'schen Chronik« (von Nibelung) — daßdie Stunde seines Hinscheidens gekommen war, berief erseine Großen, die fränkischen Herzoge und Grafen, Bi-schöfe und Kirchenvorstände zu sich und theilte unter Zu-stimmung seiner weltlichen und geistlichen Stände dasReich, welches er beherrscht hatte, zu gleichen Theilenunter seine beiden Söhne, machte aber diesen Einheit desWollens und Wirkens zum unverbrüchlichen Gesetze.«
Er theilte jedoch, um einerseits die Abstoßungs-, an-dererseits die Anziehungskraft des Blutes zu brechen oderwenigstens zu schwächen, nicht wie in der Regel frühergetheilt worden war, nach den Nationalgränzen, derenHauptlinie von Nordwest nach Südost verlief, sondern ertheilte in der Art, daß jedem der beiden Brüder so ziem-lich die Hälfte von jeder der verschiedenen Nationalitätenzufiel, und zog mithin seine Theilungslinie in einem Halb-kreise von dem Südwesten durch den Norden nach demSüdosten des Reiches, so daß der ältere Bruder den jün-geren, was die beiderseitigen Reichsantheile betraf, inForm eines Hufeisens umschloß: ein Sinnbild der Stel-lung des Schutzherrn zum Schützlinge. »Den älterenSohn Karl,« fährt Nibelung in seinem Berichte fort,»setzte er zum Könige über das Reich der Austrasier; demjüngern Karlmann, übergab er das Reich Burgund,die Provinz (d. h. den Küstenstrich links), das go-thische Land (d. h. den Küstenstrich rechts der Rhone-mündungen), das Elsaß und Alamannien; Aqui-tanien, welches er erst erobert hatte, theilte er zwischenBeiden.« Aber nicht nur Aquitanien, auch Neu-strien und Austrasien theilte Pipin zwischen Beiden,denn von jenem fielen z. B. die Gebiete von Paris und