Band 
Sechster Theil.
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mitten auf seinem Wege, oft wenn es gerade im bestenZuge war, wie das Schwert des großen Macedoniers, dieStimme des Weltenlenkers ihr allgebietendes »bis hieherund nicht weiter.« Ein plötzlicher Tod riß dem Erobererdas Schwert aus der Hand, und das Nationalitätsprincipschlug es in Stücke und zertrümmerte seinen gewaltigenRiesenbau. Das Wort des Gesetzgebers, das Schwertdes Geistes, mußte sich mit dem Schwerte des Eroberersverbinden, dann kam es vielleicht nicht mehr blos halb-wegs, dann kam es, wenn überhaupt die Möglichkeit dazugegeben war, vielleicht ganz an's Ziel. Und schien nichtdie göttliche Weltregrerung selbst auf diese Verbindunghinzuweisen und hinzuwirken, indem sie das Wort desgrößten Gesetzgebers, das Wort des ewigen Wortes, dasWott Christi gerade auf dem Höhepunkte und im Schooßedes größten und andauerndsten aller Gesammtreiche, desrömischen, erschallen und besonders von dessen Hauptstadtaus nach allen Enden der Erde ausgehen ließ? War nichteben dieses Wort an sich schon dazu bestimmt, alle Völkerder Welt in Ein Gesammtreich zu vereinigen? Hatten nichtvielleicht die Römer nur der Verbindung dieses Wortesmit ihrem Schwerte, nur der Aufnahme und Verschmel-zung dieses Wortes in ihre Reichsordnung, nur der Ver-wirklichung des Christenthums im Staate bedurft, um ihrGesammtreich über alle Schranken des Raumes und derZeit hinwegzuheben und die Weissagung ihres großenDichters zu erfüllen?

„Einer kriegsgöttlichen Stadt und einem kriegsgöttlichen Volke,

Römer genannt nach ihm, wird Romulus werden zum Schöpfer.

Ihnen soll kein Ziel in der Zeit noch im Wirken gesteckt sein.

Endlos sei ihre Herrschaft."*

* Virgil in seiner Aeneis I. 275—L78.