Band 
Sechster Theil.
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Karl that, wie ihm sein Vater empfohlen, und zog dieMarne hinauf nach dem Burgunder Lande, und nachdemer etwa vierzig Meilen zurückgelegt hatte, bei Langres,traf er den heiligen Vater und hieß ihn willkommen imFrankenreiche und schloß sich als Ehrengeleite seinem statt-lichen Zuge an. Eine Meile vor Ponte Ugone empfingPipin in eigener Person seinen hochverehrten Gast. Erwarf sich mit seiner Gemahlin und seinen Söhnen undseinem ganzen Gefolge auf die Kniee, und als der heiligeVater wieder zu Pferde stieg, hielt er ihm den Stegreifund schritt eine Strecke weit wie ein Marschall zu Fußeneben dem Saumrosse des Papstes dahin.

Des andern Tages, am 7. Jänner des Jahres derGnade 754, erschien der heilige Vater mit seinen Geist-lichen in härenem Gewände und mit Asche bestreut vordem Könige und warf stch nun seinerseits zur Erde undbeschwur den fränkischen Machthaber bei der Barmherzig-keit des allmächtigen Gottes und den Verdiensten derheiligen Apostel Petrus und Paulus, daß er ihn und dasrömische Volk aus der Hand der Longobarden und derKnechtschaft des übermüthigen Königs Aistulf errette, undwollte nicht eher vorn Boden aufstehen, als bis ihnenKönig Pipin und seine Söhne und seine Großen die Handreichen und sie aufheben würden zum Zeichen der Ge-währung. Und König Pipin that, wie Papst Stephanbegehrt hatte, und hieß den heiligen Vater willkommenin seinem Reiche und ersuchte ihn, bei ihm zu bleiben,so lange es ihm gefiele, jedenfalls so lange, bis er inItalien nichts mehr zu fürchten haben würde, und führteihn und seine Begleitung in feierlichem Zuge nach seinertreuen Stadt Paris und bot ihm das Kloster des heiligenMärtyrers Dionysius (St. Denys) zur würdigen Wohnung.