Band 
Sechster Theil.
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Die war eine Nichte Odilo's, des Vaters und Vor-gängers des damaligen Bayerherzogs Thassilo, gewesen,und eine Schwester von Odilo's Vorgänger, Hucbert,sowie von Karl des Hammers Nebengemahlin Sone-hilde, welch letzteres Verhältniß die Freundschaft vonPipin's Vater mit den Langobarden in etwas erklärendürfte. Nun starb in demselben hochwichtigen Jahre 754die Vvrmünderin Thassilo's, die thatsächlich selbst unterder Vormundschaft der ihr aufgedrungenen fränkischen Rath-geber stehende Herzogin Mutter Cbiltrud. Das wareine Gelegenheit, eine unübersteigliche Scheidewand zwischendie beiden verschwägerten Völker zu stellen. Pipin benutztesie. Er übertrug den fränkischen Ralhgebern der verstor-benen Herzogin Mutter die Regentschaft über das Bayer-land und übernahm die Vormundschaft über dessen jungenHerzog selbst, und zog denselben an sein Hoslazer undnahm ihn mit seinem in dem gleichen Aller stehendenErstgeborenen Karl in seine persönliche Zucht.

Thassilo's erste Aufgabe in der neuen Schule wardie Erstehung einer Feuerprobe, die Theilnahme an einemFeldzuge gegen seine Blutsfreunde, die Longovarden.Aistuls wies, wie nicht anders zu erwarten gewesen,Pipin's Forderungen mit schnödem Höhne zurück. Dar-auf ward aus dem nächsten allgemeinen Reichstage, am1. März 755 auf dem Hofgute Bernacum (Braine zwi-schen Soissons und Rheims) der Krieg gegen ihn be-schlossen, und Pipin brach sofort in Begleitung seineshohen Gastes, des Papstes Stephan, und seiner beidenSöhne Karl und Karlmann, mit dem Heerbanne allerVölkerschaften seines Reiches gegen das Longobardenlandauf und zog mit seiner Heeresmacht über gallisch Lugdunum(Lyon) und Dienn« nach Maurienna (St. Jeau de Mau-