Band 
Sechster Theil.
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gescheuchtes Reh, über die Felsen nach seiner HauptstadtTicinus.

Mittlerweile rückte die fränkische Hauptmacht von Mau-rienna aus nach und verfolgte die Flüchtigen und ergoßsich wie eine reißende Fluth durch die Thäler des obernPogebietes und lagerte sich um die Mauern von Ticinusund verwüstete von dort aus das ganze Land weit undbreit und erbeutete viele Schätze Goldes und Silbers.Wie nun der Longobarde sah, daß es keinen andernRettungsweg mehr für ihn gebe, bat er durch die Geist-lichen und Großen des fränkischen Bönigs um Friedenund versprach Genugthuung zu leisten für alles Unrecht,das er der römischen Kirche und dem apostolischen Stuhleangethan, und gelobte eidlich und bot Geißeln dafür, derOberherrlichkeit der Franken sich nie wieder zu entziehenund den römischen Stuhl und Staat nie wieder zu beun-ruhigen. König Pipin, gnädig, wie er war, und vonseinem hohen Gaste, dem heiligen Baker, in dieser Gesin-nung bestärkt, schenkte dem gedemüthigten LongobardenLeben und Reich, und dieser machte nun ihm und seinenGroßen kostbare Geschenke. Den Papst Stephan aber ließPipin reich beschenkt und mit feierlichem Gepränge durchseine Großen nach Rom geleiten und setzte ihn wieder inseine Rechte ein und schenkte dem Stuhle Petri sämmt-liche Lande und Städte, deren Herausgabe Aistulf zuge-sichert und durch Stellung von vierzig Geißeln verbürgthatte. Auf dieses kehrte er mit Schätzen aller Art beladenan der Spitze seines siegreichen Heeres zurück nach denfränkischen Landen.

Allein er hatte kaum den Rücken gewendet, als sichdas Sprüchwort bewährte: »Aus den Augen, aus demSinn.« Aistulf brach wie ein gereizter Löwe aus seiner