Band 
Sechster Theil.
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müde, und im Jahre 763, aus einem Feldzuge gegenAquitauien, riß er aus, wie unsere Quelle sagt, »mit demfesten Entschlüsse, abzufallen und nie wieder vor demKönige zu erscheinen." Er führte von nun an, obgleichkeinen Augenblick vor der Rache der Franken sicher, einvöllig selbständiges Regiment in seinem Lande. Er ordnetein eigener Machtvollkommenheit die geistlichen und welt-lichen Angelegenheiten auf besondern bayrischen Reichs-tagen und ließ den Namen des Frankenkönigs aus allenseinen Regierungsdocumenten weg. Das Bayerland wurdenun wieder der Herd aller Auflehnung gegen die frän-kische Herrschaft, und die Longobarden schloffen sich wiederauf das Engste an dasselbe an. Desiderius vermählteseine Tochter Liutberga mit Thassilo, und erst nachder Eroberung Italiens wagte sich der Franke wieder anden stillen, aber darum doppelt gefährlichen Nachbar, derrechts und links von Bundesgenossen gedeckt war und inseinem Rücken eine ganze Welt von Mitverschworenen zurNachhut hatte.

Es war des Blutes genug vergossen, die Verhältnissegeboten Schonung, wo Schonung irgend möglich war.Nur mit dem Schwerte angegriffen durste man das Schwertziehen. »Unter den Waffen schweigt das Gesetz", sagt einSprüchwort der Rechtsgelehrten, und schon Pipin erkanntedas unabweisbare Bedürfniß, das Schwert des Heerführersmit dem Worte des Gesetzgebers zu verbinden oder wenigstensabwechseln zu lassen. Dem erstem hauptsächlich war die ersteHälfte seiner Regierungszeit gewidmet gewesen, dem letz-tem hauptsächlich sollten die übrigen Tage derselben ge-widmet werden. Und Pipin war im Hause so groß alsim Felde, und er erkannte, daß namentlich in der Gesetz-gebung Niemand einen andern Grund legen könne, als