Band 
Sechster Theil.
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Hand in die Verhältnisse Italiens. Er begnügte sich mitder Niederhaltung Bayerns, die ihm Bürgschaft genugfür seine Sicherheit vor den Umsturzplänen der Lango-barden war. Er schaltete und waltete in der Person seinerBeamten nach Gefallen im Bayerlande und führte mittler-weile dessen jungen Herzog Thassilo mit seinen eigenenSöhnen auf seinen Zügen gegen die Sachsen und Aaui-tanier und sonst im Reiche als unzertrennlichen Begleitermit sich herum, und im Jahre 757, wie er den fünfzehn-jährigen Fürsten für wehrhaft erklärte, nahm er ihm denLehenseid ab. Die zeitgenössische Geschichtschreibung be-richtet darüber also: »Auf dem Reichstage, der dieses Jahr(757) auf dem Hofgute Compendium (Compiegne an derOise) gehalten wurde, erschien auH Thassilo, der Herzogder Bayern, mit den Großen fernes Reiches und begabsich nach fränkischer Sitte mittelst Handschlages in dieLehens-unterthänigkeit des Königs und gelobte sodann noch durcheinen Eid über den Gebeinen des heiligen Dionysius (imKloster St. Denys bei Paris) dem Könige Pipin undseinen Söhnen Karl und Karlmann Treue; und nicht nurhier, sondern auch bei den Leibern des heiligen Germanus(in St. Germain, ebenfalls bei Paris) und des heiligenMartinus (in Tours) versprach er mit gleichem Schwüreden vorbesagten Herren Treue zu bewahren bis an seinesLebens Ende. Gleicher Weise gelobten an den genanntenehrwürdigen Orten auch alle Großen und Vornehmen derBayern dem Könige und seinen Söhnen die Treue zuhalten.« Dabei aber blieb es in Betreff der Regierungdes Bayerlandes so ziemlich beim Alten. Der Herzog wurdenach wie vor so viel als immer möglich von derselbenfern gehalten und an das Hoflager des Frankenkönigsgefesselt. Deß wurde denn endlich der aufstrebende Fürst