Band 
Sechster Theil.
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überall folgte; schade, daß er sich durch die noch reichereFülle und größere Schärfe seines Geistes weniger strengan das erste Geletz des Christen, das Gesetz der Selbst-verleugnung, gebunden glaubte, als sein großer Vater undLehrmeister Pipin.

Karl'« des Großen erste Regierungsjahre, oder die gefährlicheKrisis.

Pipin starb am 24. September 768 zu Paris. SeinLeib wurde in der Kirche des heiligen Märtyrers Dio-nysius begraben. Seine Söhne Karl und Karlmannaber, unter die er auf dem Sterbebette das Reich getheilthatte, wurden unter Zustimmung aller Franken zu Königengewählt und empfingen im Oktober dessclbigen Jahres,Karl in der Stadt Noviunum (Noyon), Karlmann inSueffona (Soissons), die Zeichen der Herrschaft. Siehatten kaum ihre beiderseitige Regierung angetreten, schonim Frühjahre 769, bot sich dem Neide des Jüngern derersehnte Anlaß zum Bruche. Pipin hatte, wie wir unserinnern, das Land Aquitanien zu gleichen Theilen unterdie beiden Brüder getheilt. Dasselbe erhob auf die Kundevon seinem Ableben sogleich wieder die kaum erst nieder-geworfene Blutfahne der Empörung, und sogleich griff auchdas Oberhaupt des Reiches nach dem Schwerte und for-derte seinen königlichen Bruder zu der gleichen That auf.Der folgte denn auch alsbald dieser Aufforderung und er-schien mit seinen Mannen auf dem bezeichneten Sammel-plätze. Wie es aber vom Worte zur That kommen sollte,wandte er sich um und zog wieder nach Hause. Er wünschtedem Bruder den Untergang, aber statt dessen ward diesemder Sieg. Alles Land bis zu den Pyrenäen unterwarf sichdem Szepter Karl's, die Theilung Aquitaniens war auf-