Band 
Sechster Theil.
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Gemahlin, in ihren Nachwehen sich rächen mochten: dasUnheil, das von dem Weibe, wenn auch ohne alles per-sönliche Verschulden dieses bedaurungswürdigsten Weibes,ausging, wurde wieder durch das Weib, aber hier zumgroßen Theile auch durch das persönliche Verdienst diesesWeibes, zum Heile gewendet. Die große Hildegard— wer in die stillen Tiefen der Geschichtsquellen hinab-steigt, behauptet es ohne Bedenken — die große Hil-degard erst machte ihren Gemahl zum großenKarl; denn sie erst verlieh ihm die sittliche Größe, diewir bis zu seiner Vermahlung mit ihr so schmerzlich anihm vermissen, und ohne die es keine Größe gibt, sieerst machte den leichtfertigen Jüngling zum charakterfestenMann, der er von nun an bis zum Grabe blieb. Ohnesie wäre er ein Napoleon geworden, nnd der Tagesbogender karolingischen Herrlichkeit wäre mit seinen beiden Hälf-ten, der aufsteigenden und der absteigenden Linie, in sei-ner Einen Regierung abgelaufen, er hätte sich nicht inmehrere vertheilt. Auf Hildegard allein baute er auch seineHoffnung, und auf ihr allein und ihren Söhnen sah erdie Hoffnung seines Geschlechtes ruhen, und glänzend schiensich auch diese Hoffnung rechtfertigen zu wollen. Die ersteGemahlin, Himiltrud, hatte ihm Ein Kind geboren, denmehr erwähnten Pipin, den Buckeligen. An dem be-währte sich das, wenn auch noch so lieblose, so doch häufigzur Geltung kommende Sprüchwort der niedern Volks-sprache: ,je krümmer, je schlimmer«; er war von Naturverschlossen und heimtückisch, darum wendete sich schon vondem Knaben des Vaters offener und treuer Sinn, undwie er sich später in eine Verschwörung gegen ihn einließ,ward er vollends ganz aus seinem Herzen und, zumal erin morganatischer Ehe erzeugt war, auch von jeglichem