Band 
Sechster Theil.
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Herr hat mir Euch erhalten und seine unendliche Liebeläßt mich nun auch noch Eure Sprößlinge schauen." Daweinte die Herzogin bitterlich und sie und ihr Gemahlwollten den Hochverehrten bei sich behalten sein Lebenlang. Aber Paul ließ sich nicht mehr abbringen von sei-nem Vorhaben. Er sagte ihnen Lebewohl und ging auf denCasiner Berg und pochte an die Pforte der herrlichenSchöpfung Benedikt's. Mit offenen Armen ward er em-pfangen, und nie und nimmermehr bis zum Tode wollteer sich diesen Armen wieder entwinden. Aber der Mensch,sagt die heilige Schrift, nimmt seinen Weg, und Gott richtetseinen Gang. Zu Ostern des Jahres 781 besuchte dergroße Frankenkönig das Grab des Apostelfürsten und ließallda seinen Sohn Karlmann Pipin, den zweiten,welchen ihm Hildegard geboren hatte, einen Knaben vonvier Jahren, durch den Statthalter Petri taufen und zumKönige von Italien salben. Da erzählte ihm derheilige Vater von seinem Flüchtlinge, dem neuen Klosterbru-der auf Monte Casino. Und der große Karl fand es nichtunter seiner Würde, denselben aufzusuchen; er hatte ohne-dies so viel des Guten und Preiswürdigen von diesemblühendsten und segensreichsten aller Mutter- und Muster-klöster vernommen, und nicht leicht versäumte er eine Ge-legenheit, zu sehen und zu lernen, wo es etwas zu sehenund zu lernen gab, was ihm und seinem Zwecke zu Nutzund Frommen dienen konnte. Seinen Groll gegen denMann, der so viel Herrliches geschrieben, und dessen gan-zes Verbrechen in der unverbrüchlichen Treue gegen seinenKönig und dessen Haus bestand, hatte er längst ver-gessen; wußte er doch den unschätzbaren Werth solcherMänner am besten aus eigener Erfahrung zu würdigen,und war ihm doch, dergleichen zu finden und zu gewin-