Band 
Sechster Theil.
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nen, kein Weg zu weit, kein Preis zu hoch, kein Opferzu schwer, am wenigsten das Opfer seiner Selbstliebe.

Der große Karl begab sich in Person nach MonteCasino. Er ließ den Friauler Mönch um eine Unterre-dung bitten, ihn aber zum Voraus seiner königlichenGnade und Huld versichern. Paul bedachte sich ein wenig,nahm ein Pergamentblatt zur Hand und warf ein Ge-dicht auf dasselbe, worin er diese Gnade und Huld nichtfür sich, aber für seinen Bruder und dessen Mitgefangenein Anspruch nahm. Mit diesem Blatte trat er vor^denKönig und überreichte ihm dasselbe schweigend. Karl durch-las es, und die Schönheit der Seele, gehoben durch dieSchönheit der Sprache, die daraus hervorleuchtete, erregteseine ganze Bewunderung, aber auch seine ganze Erwerb-gier. Der große König gab dem Bittsteller das Blatt zu-rück und ließ den Blick lange Zeit schweigend auf seinemedeln Gesichte ruhen. Endlich sprach er: »Deine Bitteseidir gewährt, aber ich knüpfe eine Bedingung an ihre Ge-währung. Ich bin habsüchtig, ich gebe keinen Gefangenenohne Lösegeld frei. Aber du bist arm, ich selbst habe dicharm gemacht, verzeihe mir und tritt in meine Dienste, ichwill dich wieder reich machen, reicher, denn dich meineFeinde gemacht haben, und du darfst dann auch nicht wei-ter um das Lösegeld sorgen, du selbst bist der Preis undbist der einzige Preis, um den ich deine Gefangenen frei-gebe/' Und Paul bedachte sich wieder, aber nur einenAugenblick kostete ihn der Sieg; er brachte sich selbst zumOpfer und folgte dem großen Karl in seine Heimath undwidmete ihm seine Dienste als Meister in aller Wissen-schaft, und ward ihm so treu, als dem Königshause seineseigenen Volkes. Aber ein schmerzliches Heimweh ergriffihn, und Karl glaubte zur Sicherung seiner Erwerbung