Band 
Sechster Theil.
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söhn und König der Longobarden hielten sich nochimmer im Rücken des Frankenköniges bei der Hand, undwarben einerseits die Avaren, anderseits die Griechenfür ihre gemeinsame Sache; der Weltbrand, zu dem dieVerstoßung der Longobardentochter den Zunder gelegt,drohte nun doch noch auszübrechen, ein neues Dreiherrscher-bündniß war, nicht mehr bloß im, sondern mit eisernemWollen und eiserner Kraft, am Werke. Karl hatte schonim Frühjahre 781 in Verbindung mit seinem Freund undBundesgenossen, dem heiligen Vater, von Rom aus Ge-sandte an Thassilo geschickt, ihn an den Huldigungseidzu erinnern, den er schon seinem Vater Pipin geleistethätte, und dieser hierauf zwar wirklich den verlangten Eiddem Frankenkönige persönlich erneuert und durch Stellungvon Geißeln bekräftigt, aber bald darnach wieder rücksichts-los gebrochen. Arichis von Benevent hatte noch gar nichtgehuldigt und wies jede Aufforderung dazu beharrlich vonsich, Adalgis aber hatte sich feierlich gegen den an ihmbegangenen Thronraub verwahrt, und die Mehrzahl derlongobardischen Großen stand auf seiner Seite. Ach, niewird ein Volk, wenn es sich einmal als solches gefühlthat, so leicht seine Selbstherrlichkeit, sein Eigenleben ver-schmerzen; und noch lebte besonders in den Longobardendas alte Germanenthum mit seinem tiefgewmzelten Natio-nalhasse gegen den römischen Namen, und des Franken-königs Liebäugeln mir Rom erweckte ihnen auch bei denübrigen Germanenvölkern, sogar bei den Franken selbsteine Sympathie, die immer bedenklicher wurde. Selbstdiejenigen der longobardischen Fürsten, die sich, wie einHildebrand von Spoleto, aus freien Stücken inden Schutz der Römer und damit auch der Franken be-geben hatten, sehnten sich, nun die That vollendet war