Band 
Sechster Theil.
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Weitere Feldzüge gegen die Avaren, die etwa nöthigwerden sollten, übertrug der große Heerführer und Völker-fürst seinem Sohne Karlmann Pipin, dem Königevon Italien, und seinem Schwager Gerold, dem Statt-halter von Bayern. Er selbst schickte im Jahre 793 vomNorden seines Reiches aus noch einmal Kriegsvölker gegendie Avaren, allein die Sachsen, die wieder neuerdings los-gebrochen waren, versperrten denselben den Weg und nö-thigten sie zum Rückzüge. Im Jahre 796 aber rückte KönigKarlmann Pipin, nachdem schon sein Statthalter,Graf Erich von Friaul, wieder einen der avarischenRinge, zwischen der Raab und Drau, erobert und geleerthatte, mit einem vereinigten italisch-bayerischen Heere nocheinmal in das Innere Pannoniens, trieb die avarischeStreitmacht bis hinter die Theiß, durchbrach und zerstörteauch den dortigen Ring, den größten und wichtigsten vonallen, und erbeutete wieder unermeßliche Schätze, zog so-dann mit denselben zu seinem Vater in's Winterlager nachAchen und legte sie ihm zu Füßen. Mit ihm erschien aucheiner der Avarenfürsten, mit Namen Tudun vor demKönige Karl und schwur Treue und Unterwerfung undempfing zum Pfande derselben mit seinem ganzen Volkedie heilige.Taufe. In die Heimath zurückgekehrt, fiel eralldorten zwar wieder ab, büßte aber auch dafür, und seinBeispiel belehrte und bekehrte viele seiner Genossen. Karlder Große war durch sein Schwert zum Apostel der Avarengeworden. Ihre und ihrer Götter Macht war gebrochen,und die Zwietracht unter ihren eigenen Fürsten vereiteltejeden Versuch zu deren Wiederaufrichtung.

Das Jahr 799 kostete den Franken noch zwei letzte,aber schwere Opfer in diesem hartnäckigen und langwie-rigen Kampfe. Gerold und Erich fanden beide nach